REGIONALER KONTEXT

 

Lage

Die Fundstätte Vallon / Sur Dompierre liegt 6 km westlich von Avenches, dem ehemaligen Aventicum, am Fusse der letzten Ausläufer des Wistenlacher Berges (Mt. Vully), auf der linken Seite des Baches Laret. Dieser fliesst um den Felsvorsprung, auf dem sich die Pfarrkirche von Carignan erhebt, um weiter südlich in die Petite Glâne zu münden.


Luftbild der Ausgrabungen

Avenches, Hauptstadt der Helvetier

Als Hauptstadt der Helvetier ist Avenches entstanden zwischen den beiden befestigten keltischen Höhensiedlungen (oppidum, Mz. oppida) auf dem Wistenlacher Berg (Mt. Vully) und dem Bois de Châtel, an der Hauptverkehrsachse durch das schweizerische Mittelland. Die Stadt nimmt ihren Aufschwung während der Regierung des Kaisers Tiberius zu Beginn des ersten Jahrhunderts n. Chr. Sie ziert sich dann schon mit Monumenten, die einer Hauptstadt würdig sind: ein Forum als Hauptplatz mit den öffentlichen Gebäuden, ferner Tempel und Thermen. Ein rechtwinklig angelegtes Strassennetz bildet die Wohnquartiere (insulae) des Zentrums. Kaiser Vespasian hebt die Stadt nach 70 n. Chr. in den Rang einer Kolonie, die sich alsbald mit einer Stadtmauer von mehr als 5 km Länge umgibt. Nun lassen sich vermögende Persönlichkeiten nieder, die nicht bloss ihre eigenen Anwesen mit Kunstwerken zieren, sondern auch die Stadt mit grossen Bauten bereichern: neue Tempel und Thermen, das Amphitheater und das Theater.

Landgüter

Im Umland entstehen grosse Landgüter, manche davon gewiss auf Grundstücken, die eingewanderten Römern zugeteilt wurden. Solche villae rusticae als landwirtschaftliche Produktionszentren haben mit einem ähnlich dichten Netz unsere Landschaft überzogen wie jetzt Dörfer und Weiler.

 

 
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